Kurzfassung
Wer in Hamburg nach einem stylischen Italiener für einen besonderen Abend sucht, landet früher oder später im Pellicano. Zwischen eleganter Bar, hausgemachter Pasta und ziemlich selbstbewussten Preisen trifft hier norddeutsche Zurückhaltung auf italienisches Lebensgefühl.
Zwischen Glamour und Großstadt – die Lage macht’s
Direkt neben dem Casino am Stephansplatz gelegen, fühlt sich das Pellicano fast ein bisschen wie ein Treffpunkt für lange Nächte an. Schon von außen wirkt der Laden ziemlich schick, und sobald wir reinkommen, fällt der Blick sofort auf die große, zentrale Bar – definitiv das Herzstück des Restaurants. Hier startet der Abend oft mit einem Drink und endet… naja, deutlich später als geplant.
Stil trifft Vielfalt – das Ambiente
Das Interior ist durchdacht, elegant und trotzdem nicht steif. Verschiedene Sitzbereiche sorgen dafür, dass sich sowohl Paare als auch größere Gruppen wohlfühlen. Ob gemütliche Ecke oder größere Tafel – hier findet jede Runde ihren Platz. Uns hat das Ganze ein bisschen an das Edmondo in der Innenstadt erinnert, nur mit einem Hauch mehr Drama und Inszenierung.
Die Kellner:innen sind aufmerksam, locker drauf und tragen ihren Teil dazu bei, dass man sich willkommen fühlt. Insgesamt wirkt alles sehr auf besondere Anlässe ausgelegt – Geburtstage, Dates oder einfach ein Abend, der ein bisschen mehr sein soll als „nur essen gehen“.
Dolce far niente auf Hamburger Art
Das Konzept: hausgemachte Pasta, italienische Raw Bar, Aperitivos und Signature Cocktails. Klingt nach Urlaub – und genau so soll es sich hier auch anfühlen. Man sitzt, bestellt noch ein Getränk, bleibt einfach ein bisschen länger. Dieses „noch ein letztes Glas“-Gefühl stellt sich ziemlich schnell ein.
Ein Detail, das uns allerdings überrascht hat: Einige Teller und Schüsseln hatten kleine Macken oder Abnutzungsspuren. Für ein Restaurant in dieser Preisklasse wirkt das etwas unpassend und ist uns direkt aufgefallen.
Was auf den Tisch kam
- Pornstar Martini – 17 €
- Pellicano Spritz – 15 €
- Burrata & Tomaten-Tatar – 22 €
- Raviolo mit Ei, Spinat, Ricotta und Trüffel – 28 €
- Weißer Spargel – 25 €
- Vitello Milanese – 19 €
- Filetto Pepe Verde – 45 €
- Tiramisu – 20 €
Geschmack, der hängen bleibt
Die Drinks liefern direkt ab: Der Pornstar Martini kommt fruchtig und perfekt ausbalanciert, während der Pellicano Spritz eher in die frische, sommerliche Richtung geht – genau richtig für den Einstieg.
Beim Essen wird schnell klar: Hier wird Wert auf Qualität gelegt. Die Burrata ist cremig und harmoniert super mit dem frischen Tomaten-Tatar. Das Raviolo mit Eigelb im Inneren ist ein echtes Highlight – beim Anschneiden läuft alles schön zusammen, dazu der Trüffel, der nicht zu aufdringlich ist. Das Filet mit Pfeffersauce bringt dann die nötige Wucht auf den Tisch, saftig und intensiv im Geschmack. Auch das Tiramisu macht am Ende genau das, was es soll: rundet den Abend süß und klassisch ab, ohne viel Schnickschnack.
Lohnt sich das?
Ganz ehrlich: Das Pellicano ist kein Ort für jeden Abend. Die Preise sind definitiv im oberen Bereich, und nicht jedes Detail wirkt ganz auf diesem Niveau durchgezogen. Aber: Das Gesamtpaket aus Atmosphäre, Service und Küche macht es zu einer starken Wahl für besondere Anlässe.
Ob es den Preis wert ist? Das muss jeder für sich entscheiden. Für uns: Für einen besonderen Abend – ja. Für den spontanen Pasta-Hunger eher nicht.
Gesamtbewertung
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